28. Abschlusseigenschaften

Seien Gi = ⟨Φi,Σi,Ri,Si⟩, i= 1,2 kontextfreie Grammatiken. Was passiert unter Vereinigung, Verkettung, Sternbildung, Durchschnitt, Komplement und Differenz der erzeugten Sprachen?

Vereinigung:

G  =⟨Φ1 ∪ Φ2  ∪ {S}, Σ1 ∪ Σ2, R,S ⟩  mit
    R  = R  ∪ R   ∪ {S →  S  , S → S  }
           1    2          1        2

Verkettung:

G  =⟨Φ1 ∪ Φ2  ∪ {S}, Σ1 ∪ Σ2, R,S ⟩  mit

    R  = R1 ∪ R2  ∪ {S →  S1S2 }

Sternbildung:

G =  ⟨Φ1 ∪ {S },Σ1, R,S ⟩  mit
 R  = R   ∪ {S →  S S, S →  ϵ}
        1          1

Durchschnitt: CFGs sind nicht abgeschlossen gegen Durchschnitt. Gegenbeispiel: L1 = {aibiaj} und L2 = {aibjaj}. Der Schnitt der beiden Mengen ist {aibiai}– dies ist nicht kontextfrei.

Komplement: Aus Abgeschlossenheit gegen Komplement würde Abgeschlossenheit gegen Durchschnitt folgen, deshalb sind CFGs auch nicht gegen Komplementbildung abgeschlossen.

Aus gegebenem Anlass die Schlussweise: Angenommen, L wäre kontextfrei. Dann würde aus der Kontextfreiheit von L1 ∪L2 die Kontextfreiheit von L1 ∪L2 und durch erneute Komplementbildung die von L1 ∩L2 folgen. Damit könnten wir aus der Abgeschlossenheit gegen Vereinigung die gegen Schnitt folgern – gegen Schnitt ist die Menge der kontextfreien Sprachen aber nicht abgeschlossen, Widerspruch.

Differenz: Komplement ließe sich auf Differenz zurückführen, deshalb: Wieder nicht abgeschlossen.


Markus Demleitner

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